Australian Open in Melbourne (14. bis 27. Januar 2002)
Anna Kournikova scheiterte in der Startrunde an Justine Henin
stb. Beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres, dem Australian Open in Melbourne, schied Anna Kournikova im Einzel-Wettbewerb nicht ganz unerwartet bereits in der ersten Runde aus. Zu deutlich waren die Defizite in ihrem Spiel gegen die Top-Ten-Spielerin Justine Henin, sodass die Belgierin beim 6:2, 7:5 keine grosse Mühe hatte, in die zweite Runde einzuziehen. Nach Kournikovas nur modisch glanzvoller Stippvisite in der Vodafone Arena ist kaum davon auszugehen, dass die Russin in naher Zukunft die Rückkehr in die Weltelite schaffen kann. Das Comeback nach der Verletzung, die sie 2001 rund halbes Jahr vom Tennis-Court fern hielt, gestaltet sich ganz offensichtlich schwieriger als gedacht. Die französische Nachrichtenagentur AFP vermutete sogar, es werde Kournikova leichter fallen, eine Rolle im nächsten James-Bond-Streifen zu ergattern als irgendwann wieder ein Tennis-Turnier zu gewinnen.
Justine Henin spielte die Russin im ersten Satz nach allen Regeln der Kunst aus und schaltete im zweiten einen Gang zurück. Anna Kournikova konnte auch in dieser Phase nie das Ruder übernehmen. "Es wird trotzdem von Match zu Match besser", vermutete die Tennis-Diva selbst, "ich will dahin zurückkehren, wo ich vor meiner Verletzung war."
Wesentlich erfolgreicher schnitt Anna Kournikova im Doppel-Wettbewerb ab. Zusammen mit der Schweizerin Martina Hingis gewann sie das Turnier. Im Endspiel siegten die als Nummer 8 gesetzten Hingis/Kournikova gegen Daniela Hantuchova/Arantxa Sanchez (Slk/Sp) in drei Sätzen mit 6:2, 6:7 und 6:1. Kournikova/Hingis hatten das Australian Open bereits vor drei Jahren für sich entschieden.
Turniersiegerin im Einzel wurde wie schon im Vorjahr die Weltranglisten-Erste Jennifer Capriati. Die Amerikanerin siegte im Final bei brütender Hitze gegen Martina Hingis mit 4:6, 7:6, 6:2. Hingis vergab im zweiten Satz vier Matchbälle. "Ich habe heute dafür bezahlt, dass ich zwei Tage zuvor nach dem Halbfinal gegen Monica Seles auch noch den Doppel-Halbfinal bestreiten musste. Der Final am Vortag bei sehr warmen Bedingungen hat auch Kraft gekostet. Das Schlüsselspiel für meine körperliche Verfassung war aber sicherlich der Halbfinal", sagte eine gefasste Martina Hingis später.
Sie könne sich nicht erinnern, jemals bei so "brutalen" Bedingungen gespielt zu haben, sagte Jennifer Capriati. Für Martina Hingis ist es "mit Sicherheit in einem Grand-Slam-Final noch nie so heiss" gewesen. Im vergangenen Juli in Florida, als sie unter anderem mit Jennifer Capriati trainiert habe, sei es ab und zu auch sehr heiss gewesen. "Aber so, wie in diesem Final, dann doch nicht." Auf dem Court sollen bisweilen 45 Grad gemessen worden sein.