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Swetlana Kusnezowa gewinnt das US Open 13.09.2004
 
Swetlana Kusnezowa (19) krönte sich mit dem 6:3, 7:5 über Jelena Dementjewa am US Open in Flushing Meadows zur dritten russischen Grand-Slam-Siegerin nach Anastasia Myskina (Paris) und Maria Scharapowa (Wimbledon).

Eigentlich hätte Swetlana Kusnezowa Radfahrerin werden sollen; sie stammt aus einer sehr erfolgreichen «Gümmeler»-Familie. Mutter Galina Zarewa holte auf der Bahn von 1969 bis 1979 sechsmal WM-Gold im Sprint und brach 20 Weltrekorde. Bruder Nikolaj Kusnezow gewann in Atlanta 1996 Silber in der Mannschaftsverfolgung. Und Vater Alex Kusnezow ist oberster Trainer im Leistungszentrum «Lokomotiv». Er führte in Athen Michail Ignatjew zu Gold im Punktefahren, unter ihm holte einst Wjatschewlaw Jekimow bei den Junioren seinen ersten WM- Titel, und für Jewgeni Berzin waren Kusnezows Trainingsmethoden sogar zu hart. Swetlana Kusnezowa: «Der Vater entschied, ich sollte eine andere Sportart versuchen. Dennoch begann ich mit Radfahren, wechselte aber nach dem zweiten Rennen zum Tennis.»

Diesen Entscheid wird Swetlana Kusnezowa nicht mehr bereuen. Trotz eines Fehlstarts besiegte die St. Petersburgerin im Final die Moskauerin Jelena Dementjewa in zwei Sätzen. Im ersten Game gab Kusnezowa zu Null den Aufschlag ab. Kusnezowa: «Ich war nervös, beeindruckt. ''Wow, die vielen Leute im Stadion'', dachte ich. Diese Nervosität legte sich aber.» Den zweiten Satz kippte Kusnezowa nach einem 2:4-Rückstand.

Bis vor vier Monaten stellte Russland keine Grand-Slam-Siegerin. Seither haben Anastasia Myskina und die Teenager Maria Scharapowa und Swetlana Kusnezowa abgeräumt. Die Hälfte der Top-Ten spricht russisch; ausserdem steht mit Nadia Petrowa eine weitere Moskauerin auf der Schwelle zu den ersten Zehn. Kusnezowa verbessert sich im Ranking vor Kim Clijsters von 9 auf 6; Finalverliererin Dementjewa rückt von 6 auf 5 vor. Kusnezowa: «Russland ist ein mächtiges Land. Wir treiben uns gegenseitig vorwärts.»

Von den Russinnen in den Top 20 war Kusnezowa bis zum US Open die am wenigsten bekannte. Als sie sich anderthalb Stunden vor dem Final einschlug, blieb Kusnezowa unerkannt. Bei der Siegerehrung nach dem Final konnte Alan Schwartz, Präsident des amerikanischen Verbandes USTA, den Namen der Junioren-Weltmeisterin von 2001 nicht korrekt aussprechen. Kusnezowa feierte ihre ersten Erfolge bei den Aktiven 2003 als Doppelpartnerin von Martina Navratilova. Seit vier Jahren trainiert sie in der Casal-Sanchez-Akademie in Barcelona; der ehemalige Doppelstar Sergio Casal ist ihr Coach.

Amerikanisches Fiasko

Für die Amerikaner endete das Turnier im Fiasko. Erstmals seit 1986 fand der «Super Saturday» (Halbfinals Männer, Final Frauen) ohne US-Beteiligung statt. Zum ersten Mal seit 1988 ging in einer Saison kein einziger Majortitel nach Amerika. Die letzte Hoffnung der Gastgeber zerschlug sich mit dem 0:6, 6:2, 6:7 (5:7) Jennifer Capriatis im Halbfinal gegen Dementjewa. Capriati scheiterte zum dritten Mal in ihrer Karriere im US-Open-Halbfinal im Tiebreak des dritten Satzes. Wie bei den Niederlagen 1991 gegen Monica Seles und 2003 gegen Justine Henin-Hardenne schlug Capriati auch gegen Jelena Dementjewa einmal zum Matchgewinn auf (bei 6:5 im dritten Satz).

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letzte Änderung: 07.12.2004, präsentiert von Stefan Bachofen (Kontakt)